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Jedes Jahr am 12. Juni wurde der Tag des Lehrers begangen. An diesem Tag wurden die Leistungen der Pädagogen offiziell gewürdigt. In der Presse wurden Lehrer für ihre Arbeit ausgezeichnet. Schüler überreichten Blumen, sangen Lieder oder sagten Gedichte auf.

 

In der Märkischen Volksstimme1 aus dem Jahr 1964 erschienen folgende Beiträge:

“Hört zu”, sprach Franz vom Gruppenrat,
“wir müssen bald erwachen.
Der Lehrertag steht vor der Tür.
Zerbrecht euch mal den Kopf dafür,
und sagt uns, was wir machen.”

Die Gruppe sah ihn sprachlos an.
“Du fragst noch, was wir bringen?
Mann, Franz, das ist doch sonnenklar.
Wir machen’s wie in jedem Jahr:
Die Ruth und Lore singen!”

“Wer sollte sonst Herrn Schmidt
erfreuen,
wenn nicht die beiden Spatzen?
Wir andern sind doch unbegabt.
Wir haben nie Talent gehabt
und würden das verpatzen.”

Doch als der Tag der Probe kam,
passierte dann das Schlimme.
Die Spatzen setzten plötzlich aus
und brachten keinen Ton heraus,
so heiser war die Stimme.

Was nun? Es mußte was geschehn,
da half kein diskutieren.
Man mußte wohl auf jeden Fall,
trotz der Bedenken überall,
was anderes probieren.

Und siehe da, das ging famos,
viel besser als man dachte.
Das Trio zeigte, was es kann,
fand selber großen Spaß daran,
weil’s einfach Freude machte.

So wird nun dieser Lehrertag
nicht wie in allen Jahren.
(Daß bloß der Franz vom Gruppenrat
die Spatzen so zu krächzen bat,
braucht keiner zu erfahren.)


PÄDAGOGEN AUSGEZEICHNET

Festveranstaltung in der Bezirkshauptstadt zum Tag des Lehrers

P o t s d a m (Eig. Ber.). In einer Festveranstaltung des Rates des Bezirkes Potsdam zum Tag des Lehrers 1964 im Haus der Lehrer in Potsdam wurden gestern nachmittag in Anwesenheit des 1. Sekretärs der Bezirksleitung der SED, Werner Wittig, des Leiters der Ideologischen Kommission der Bezirksleitung, Gerhard Blum, des Mitglieds des Staatsrats Friedrich Kind, des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes, Herbert Puchert, und des 1. Sekretärs des Bezirksausschusses der Nationalen Front, Grete Langner, 21 verdienstvolle Lehrer und Erzieher des Bezirkes ausgezeichnet.

In seiner Festansprache beglückwünschte Herbert Puchert die Lehrer zu ihrem Ehrentag und brachte zum Ausdruck , daß die Auszeichnung der besten Lehrer und Erzieher zugleich eine Anerkennung der Leistungen aller Pädagogen ist. Er würdigte die Verdienste der einzelnen Pädagogen, so z.B. die des Genossen Ernst Pyrasch, der das erste Polytechnische Kabinett im Kreis Pritzwalk für die Durchführung der Grundlehrgänge in der Landwirtschaft gemeinsam mit seinen Schülern einrichtete und dieses nun geschickt sowohl für die Bildung und Erziehung der Schüler als auch für die Erwachsenenqualifizierung nutzt.

“Wir verhehlen nicht”, sagte Genosse Puchert, “daß es auch an einigen Schulen noch ernsthafte Mängel gibt, weil kein echtes Vertrauen zwischen Lehrer und Schüler vorhanden ist. Welche großen Erfolge zu erreichen sind, zeigt die Erweiterte Goethe-Oberschule in Brandenburg, wo es dieses Vertrauensverhältnis gibt und wo Kollege Ahlborg als Direktor es verstanden hat, die Selbsttätigkeit der Schüler zu entwickeln.”

Nach der Auszeichnung der Pädagogen, die im Auftrage der Regierung der DDR durch Bezirksschulrat Klaus Köhler erfolgte, dankte im Namen der anwesenden Lehrer Oberstudienrat Ahlborg für die erwiesene Ehrung. “Wenn man eine Auszeichnung erhält”, sagte er, “so legt man sich ja die Frage vor: “Hast du das verdient?” Ich persönlich habe das Glück, ein Kollektiv zu leiten, das sich gemeinsam und mit ganzer Kraft für die Lösung der vor uns stehenden Aufgaben einsetzt.”

 

       

Festtag des Lehrers

Willi Layh

Allmorgendlich fließt durch die Straßen der Siedlung das muntere Bächlein schwatzender Schulkinder, bekommt an verwinkelten Straßen Zufluß und treibt, ein bunter quirlender Strom, der Schule zu.
Wie ich mich heute von ungefähr unter den von Daseinslust strotzenden Schwarm mische, sehe ich sie Blumensträuße in den Händen tragen, die Braunlockigen und Blondschopfigen, roten Mohn und blauen Rittersporn und weiße und violette Levkojen, Angebinde der Freude und des Dankes aus festlichem Anlaß.
Schon laufen mir die Gedanken davon, 5 Jahrzehnte zurück, und ich trage selber den Ranzen auf dem Rücke und wundere mich, daß die Schule dann und wann die Fahne zeigt und wir an solchen Tagen statt in die Klassenzimmer in die Aula geführt werden. Ich sehe, wie auf des Rektors Rock eine Kriegsmedaille tanzt, und höre, daß unsere Väter einen Sieg erfochten hätten und wir nun stolz auf sie sein müßten. Und wir singen das Lied vom Eisen, das Gott wachsen ließ, damit die Menschen Schwerter daraus schmiedeten. Aber als der Krieg aus war, kamen viele, viele Väter nicht wieder, und unser Stolz war dahin.
Zurück in die Gegenwart und hinein ins Schulhaus. Ein verhaltenes Summen heute in den Klassen, auf Flur und Treppen, fröhlich-feierlich, Fahnenschmuck und Blütensträuße haben einen besonderen Sinn. Die Kolleginnen und die Kollegen spannt frohe Erwartung. Sie wissen, Bürgermeister, Vertreter der Elternschaft, der Parteien und Organisationen sind gekommen, den Lehrer und seine Arbeit zu ehren.
Sie wissen, es wird Auszeichnungen geben. Aber sie wissen auch - während nun Schüler, Lehrer und Gäste zur gemeinsamen Feierstunde in der Aula Platz nehmen -: Der schönste Lohn für den Lehrer liegt in seiner Arbeit selbst! Und sie nehmen erneut die Verpflichtung aus dieser Stunde, den Kindern Wissen und Wahrheit zu vermitteln.
Sie werden sich - die ganze Verantwortung des Pädagogen für die Erziehung des allseitig gebildeten sozialistischen Produzenten von morgen vor Augen - durch intensive eigene Weiterbildung auf die Aufgaben orientieren, die uns durch die wissenschaftlich-technische Revolution beim umfassenden Aufbau des Sozialismus gestellt werden und die neue Maßstäbe der politischen und fachlichen Eignung auf allen Ebenen  im Schulwesen setzen.

 

 

 

 

 

      Das Lied vom Dank der Schüler an die Lehrer

      Walter Stranka

      Wir kommen täglich mit den vielen Fragen,
      die heimlich im Gehirn und Herzen reifen,
      und suchen Antwort, suchen zu begreifen,
      was uns die Menschen und die Dinge sagen.

      Wir wollen gern in ihre Tiefen schauen
      und ganz verstehn’ die wunderbare Erde,
      auf daß sie uns vertraut und heimisch werde
      und ahnen läßt, wie wir sie einst bebauen.

      Wir wollen wissen, wie Gestirne glühen
      und sich Atome teilen im Getöse
      und wer dem Bergmann gut ist und wer böse
      und auch für wen die roten Rosen blühen.

      Wir wollen wissen, was die Väter trieben,
      und ihre Kämpfe, ihre Siege preisen
      und sinnend über Ozeane reisen
      und Sprachen sprechen und die Menschen lieben.

      Wir wollen schon von fernen Tagen träumen.
      Das Glück der Heimat wollen wir besingen,
      besingen, was die Großen fertigbringen,
      und ihnen nachzueifern nicht versäumen.

      Wir wollen aufrecht geh’n durch dieses Leben
      und auch in schweren Stunden niemals schwanken,
      und allen Lehrern wollen wir es danken,
      die solch ein Wissen auf den Weg uns geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fußnoten:

1Märkische Volksstimme, Organ der Bezirksleitung Potsdam der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, 19. Jahrgang, Nr. 139, Titelseite u. Rückseite.